Diesel in Spanien: CETM fordert die Verlängerung der Hilfen vor dem Kollaps (18.09.2026)
Der spanische Güterverkehrsverband CETM warnt, dass Gewerbediesel bis zu 720 € pro Lkw und Monat mehr kosten kann, wenn die Hilfen des RDL 18/2026 nicht verlängert werden. Das Dekret läuft am 30. September 2026 aus und gefährdet die wirtschaftliche Tragfähigkeit der Branche.
Die CETM hat eine deutliche Warnung ausgesprochen: Wird das RDL 18/2026 nicht verlängert, treffen spanische Unternehmen ab dem 1. Oktober 2026 Mehrkosten von bis zu 720 € pro Lkw und Monat allein beim Gewerbediesel.
Das Szenario: das RDL 18/2026 läuft am 30. September aus
Das im Juni 2026 beschlossene Real Decreto-ley 18/2026 enthielt Direkthilfen für den Straßengüterverkehr zum Ausgleich schwankender Kraftstoffpreise. Die Maßnahme ist befristet — bis zum 30. September.
Ohne Verlängerung: Die Unternehmen zahlen wieder freie Marktpreise, ohne Puffer. Die CETM rechnet mit einem Sprung von bis zu 720 € im Monat je schwerem Fahrzeug, je nach Fahrleistung.
Hintergrund: 2026 ohnehin hohe Kosten
Seit Anfang 2026 steht Spanien vor:
- Volatilität beim Rohöl — geopolitische Konflikte im Nahen Osten
- Ineffizienz in der Raffinerie — geringere europäische Kapazität
- Kraftstoffsteuer — die Verbrauchsteuer bleibt hoch
Das RDL 18/2026 schuf ein Polster. Ohne es steigt der Preis sofort und deutlich.
Die Wirkung auf die Branche
Selbstfahrende Unternehmer: Die Betriebsmarge verschwindet. Viele geben auf.
Kleine und mittlere Betriebe: Druck, Kosten weiterzugeben oder Frachten neu zu verhandeln — Kunden lehnen ab, der Gewinn bricht ein.
Große Betreiber: federn kurzfristig ab, streichen dann weniger rentable Relationen.
Endverbraucher: Warenpreise steigen — von Lebensmitteln bis zu Industriebauteilen.
Von der CETM vorgeschlagene Alternativen
- Verlängerung des RDL 18/2026 bis Ende 2026 (klare Empfehlung)
- Senkung der Mehrwertsteuer auf Gewerbediesel (von 21 % auf 5 %)
- Beschleunigte Erstattung der Kraftstoffsteuer zur Verbesserung der Liquidität
- Kilometerbezogene Zuschüsse für den internationalen Verkehr (wie es sie in Frankreich gibt)
Wirkung für ausländische Unternehmen
Wer in Spanien fährt:
- Die Betriebskosten können ab dem 1. Oktober sprunghaft steigen
- Frachtraten auf iberischen Relationen können um 15–20 % steigen, wenn die spanische Branche die Kosten weitergibt
- Französische oder italienische Routen werden relativ wettbewerbsfähiger (wo es dort Hilfen gibt)
Empfehlung: Verträge mit Preisgleitklauseln (Indexierung an den Kraftstoffpreis) vor dem 1. Oktober verhandeln.
Zeitplan und nächste Schritte
- Jetzt (18.09.): Die CETM macht öffentlich Druck
- Bis 25.09.: Die spanische Regierung sollte signalisieren, ob sie verlängert
- 30.09.: Frist — das RDL 18/2026 läuft aus
- 1.10.: Marktpreise ohne Puffer, sofern nicht in letzter Minute verlängert wird
Die Entscheidung fällt in den nächsten zwei Wochen. Verfolgen Sie die amtlichen Mitteilungen des spanischen Verkehrsministeriums.