Zum Inhalt springen
CondutoresProfissionais

← Nachrichten

Recht

Führerschein: Lkw mit 18 Jahren und Fahrverbote, die EU-weit gelten

Die Richtlinien (EU) 2025/2205 und 2025/2206 sind in Kraft, doch fast nichts gilt bisher. Die Kommission hat am 29. Juli ihre Umsetzungsstrategie veröffentlicht. Was sich für Berufskraftfahrer ändert — und wann.

CP-Redaktion

Zwei am 22. Oktober 2025 beschlossene und am 5. November im Amtsblatt veröffentlichte Richtlinien werden den Zugang zum Fahrerberuf verändern — und das Gewicht eines Fahrverbots, das man fern der Heimat kassiert. Die Richtlinie (EU) 2025/2205 ersetzt die Führerscheinregelung; die Richtlinie (EU) 2025/2206 betrifft die Fahrverbote. Am 29. Juli 2026 hat die Europäische Kommission ihre Strategie zur Unterstützung der Mitgliedstaaten bei der Anwendung beider Texte veröffentlicht.

Zuerst das Wichtigste: auf der Straße ändert sich heute nichts. Die Richtlinien sind in Kraft, hängen aber von der nationalen Umsetzung ab. Wer diese Woche kontrolliert wird, unterliegt weiterhin dem geltenden nationalen Recht.

Der Zeitplan

Datum Was passiert
26. November 2027 Vorgezogene Anwendung des begleiteten Fahrens und der Gleichwertigkeiten für Fahrzeuge mit alternativen Kraftstoffen
26. November 2028 Frist für die Umsetzung durch die Mitgliedstaaten
26. November 2029 Anwendung der Regelungen insgesamt

Die Mitgliedstaaten haben also gut zwei Jahre Zeit, ihre Straßenverkehrsordnungen und die Vorschriften ihrer Verkehrsbehörden anzupassen. Bis dahin ist 2026 ein Übergangsjahr: Der europäische Rahmen besteht, das nationale Recht noch nicht.

Lkw mit 18, Bus mit 21 — mit Grundqualifikation

Das ist die Änderung mit der größten unmittelbaren Wirkung für die Branche. Mit der Berufskraftfahrerqualifikation liegt das Mindestalter künftig bei:

  • 18 Jahren für die Klasse C (schwerer Güterverkehr);
  • 21 Jahren für die Klasse D (Personenverkehr).

Ohne Qualifikation bleibt es bei 21 bzw. 24 Jahren. In der Praxis ist die Qualifikation damit nicht mehr nur eine Ausbildungspflicht, sondern der Schlüssel, der den Einstieg in den Beruf um drei Jahre vorzieht.

Die Richtlinie geht weiter und dehnt das begleitete Fahren — heute für die Klasse B ab 17 gedacht — auf die Klassen C1, C1E und C aus. Ein 17-Jähriger darf ein schweres Fahrzeug fahren, sofern ihn ein Fahrer begleitet, der anspruchsvolle Voraussetzungen erfüllt: über 24 Jahre alt, fünf Jahre Fahrerlaubnis in der beaufsichtigten Klasse, in den letzten fünf Jahren kein Fahrverbot und eine spezifische Schulung von 7 bis 14 Stunden, eingebettet in die eigene Weiterbildung.

Für die Unternehmen ist das eine Antwort auf den Fahrermangel — aber auch eine neue Last: Jemand in der Flotte muss zum Begleiten berechtigt sein.

Fahrverbot in einem Land, Fahrverbot in der ganzen EU

Die Richtlinie 2025/2206 schließt eine alte Lücke. Bisher endete ein Fahrverbot, das in einem anderen Mitgliedstaat als dem Ausstellerstaat verhängt wurde, praktisch an der Grenze. Künftig gibt es ein Meldesystem über das europäische Führerscheinnetz, über das der Ausstellerstaat informiert wird und die Fahrerlaubnis aussetzt, mit Wirkung im gesamten Unionsgebiet.

Erfasst sind die schweren Verstöße: Fahren unter Einfluss von Alkohol oder psychotropen Substanzen, Geschwindigkeitsüberschreitungen und Verhalten, das den Tod oder schwere Körperverletzungen verursacht.

Für den internationalen Verkehr ist die Lesart einfach: Ein in Frankreich oder Deutschland kassiertes Fahrverbot ist kein lokales Problem mehr.

Digitaler Führerschein, Gültigkeit und ärztliche Untersuchungen

  • Digitaler Führerschein — es entsteht ein europäisches mobiles Format, zugänglich über die europäische Brieftasche für digitale Identität, mit derselben Rechtswirkung wie die Karte. Es wird allmählich zum Hauptformat, das Recht auf den physischen Führerschein bleibt aber bestehen, mit Ausstellung in der Regel binnen drei Wochen.
  • Gültigkeit — 15 Jahre für Pkw und Krafträder (die Mitgliedstaaten dürfen auf 10 verkürzen) und 5 Jahre für Lkw und Busse, mit der Möglichkeit einer Verkürzung ab 65 Jahren.
  • Ärztliche Untersuchungen — sie bleiben für die Berufsklassen bestehen, einschließlich Sehkraft und Herz-Kreislauf-Gesundheit. Die von der Richtlinie erlaubte Selbsteinschätzung gilt nur für Pkw und Krafträder.

Alternative Kraftstoffe bis 4 250 kg

Inhaber der Klasse B mit mindestens zwei Jahren Erfahrung dürfen Fahrzeuge mit alternativen Kraftstoffen bis 4 250 kg statt 3 500 kg fahren. Die Maßnahme soll das Mehrgewicht von Batterien und Wasserstofftanks in der Stadtlogistik nicht bestrafen. Sie gilt ab dem 26. November 2027.

Achtung bei einem oft verwechselten Punkt: Diese Erleichterung betrifft den Führerschein, nicht den Fahrtenschreiber und nicht die Lenkzeiten. Ein Fahrzeug über 2,5 Tonnen im grenzüberschreitenden Verkehr bleibt an die Pflichten gebunden, die am 1. Juli 2026 in Kraft getreten sind.

Was jetzt zu tun ist

Heute ist nichts einzufordern, aber zwei Entscheidungen lohnen die Vorbereitung:

  1. Personalplanung — wenn das Unternehmen auf junge Fahrer setzt, ist die Qualifikation der schnellste Weg, und es lohnt sich, die Ausbildung vorzuziehen.
  2. Schulung der Begleitpersonen — die geforderten 7 bis 14 Stunden passen in die Weiterbildung. Wer sie früh bucht, steht beim Start der Regelung nicht ohne berechtigte Begleiter da.

Wir verfolgen die Umsetzung in den einzelnen Ländern. Sobald die nationalen Regeln veröffentlicht sind, wird diese Seite aktualisiert.

Teilen

Quellen

FührerscheinBerufskraftfahrerqualifikationEU-Rechtjunge FahrerFahrverbot

Mehr zu diesem Thema

Recht

Spanien lässt Bußgelder wegen technischer DeCA-Ausfälle zwischen dem 5. und 19. Oktober fallen

Das spanische Verkehrsministerium räumt IT-Ausfälle im Repository des DeCA und des elektronischen Frachtbriefs (HeRU) ein und weist die autonomen Regionen an, Bußgelder dieses Zeitraums einzustellen, die allein wegen technischer Unmöglichkeit des Herunterladens oder Einsehens des Dokuments verhängt wurden. Wer ein Bußgeld erhalten hat, sollte vor der Zahlung prüfen, ob der eigene Fall darunter fällt.

CP-Redaktion

Recht

IRU warnt vor 5-Milliarden-Kürzung bei EU-Fonds für sichere Lkw-Parkplätze und Ladestationen

Die irische Ratspräsidentschaft schlägt im Finanzrahmen 2028-2034 ein Verkehrsbudget des Connecting Europe Facility (CEF) vor, das rund 5 Milliarden Euro unter dem Kommissionsvorschlag liegt. Die IRU warnt, die Mittel reichten schon jetzt nicht für die aktuelle Nachfrage — darunter Grenzkorridore und sichere Parkplätze, die auch Fahrer von der Iberischen Halbinsel nutzen.

CP-Redaktion